Erste robotergestützte Operationen mit dem RoboticScope in Afrika

Am Steve Biko Academic Hospital in Pretoria wurde ein neuer Meilenstein in der chirurgischen Versorgung Südafrikas erreicht. Zwei Chirurgie-Teams führen dort Eingriffe mit dem RoboticScope durch und setzen damit ein wichtiges Zeichen für die robotergestützte Visualisierung im öffentlichen Gesundheitswesen.

 

Prof. Mashudu Tshifularo, Leiter der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, und Prof. Llewellyn Padayachy, Leiter der Neurochirurgie, gehören gemeinsam mit ihren Teams an der University of Pretoria zu den ersten Chirurgen in Südafrika, die das RoboticScope in die klinische Praxis eingeführt haben. Prof. Tshifularo führte kürzlich Afrikas erste robotergestützte Tonsillektomie mit 3D-Visualisierung durch, während Prof. Padayachy das System bei komplexen Resektionen von Hirntumoren einsetzte.

 

Damit ist das Steve Biko Academic Hospital das erste Krankenhaus in Afrika, in dem sowohl die Neurochirurgie als auch die HNO-Abteilung im Umgang mit dem RoboticScope geschult sind und es in klinischen Eingriffen einsetzen.

Frühe neurochirurgische Eingriffe mit dem RoboticScope

Neurochirurg Prof. Llewellyn Padayachy und sein Team führten als erste in Südafrika eine Operation mit dem RoboticScope durch und nahmen dabei eine Kraniotomie zur Entfernung eines Hirntumors vor.

 

Seit diesem ersten Eingriff wurden weitere komplexe neurochirurgische Operationen erfolgreich mit dem System durchgeführt. Diese frühen Anwendungen zeigen, wie robotergestützte Visualisierung präzises Arbeiten in anspruchsvollen Eingriffen im Schädelbereich unterstützen kann.

Erste Tonsillektomie mit dem RoboticScope in Afrika

Kurz darauf folgte ein weiterer bedeutender Meilenstein.

Prof. Mashudu Tshifularo führte erfolgreich die erste robotergestützte Tonsillektomie in Afrika mit dem RoboticScope am Steve Biko Academic Hospital durch.

Der Eingriff wurde bei einem fünfjährigen Patienten durchgeführt und stellt einen wichtigen Schritt dar, moderne Visualisierungstechnologien in die öffentliche Gesundheitsversorgung zu integrieren.

Ein Eingriff, der höchste Präzision erfordert

Die Tonsillektomie gehört zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen in der HNO-Chirurgie. Dabei werden die Mandeln entfernt, zwei kleine Drüsen im hinteren Bereich des Rachens.

 

Obwohl der Eingriff als Routineoperation gilt, erfordert er eine sorgfältige chirurgische Technik. In der Mandelregion verlaufen wichtige Blutgefäße, weshalb eine präzise Identifikation der anatomischen Strukturen entscheidend ist, um Blutungen und andere Komplikationen zu vermeiden.

 

Eine Tonsillektomie wird in der Regel bei wiederkehrenden Halsinfektionen, chronischer Tonsillitis, Atemproblemen oder schlafbezogenen Erkrankungen wie obstruktiver Schlafapnoe empfohlen. Besonders bei Kindern ist es wichtig, das operative Trauma zu minimieren und eine schnelle Genesung zu fördern.

Robotische Visualisierung in der HNO- und Neurochirurgie

Das RoboticScope bietet Chirurg:innen eine hochauflösende 3D-Ansicht des Operationsfeldes und unterstützt die präzise Identifikation anatomischer Strukturen wie Venen und Arterien.

 

Diese Form der Visualisierung ist besonders in engen anatomischen Bereichen von großem Vorteil, wie sie häufig in der HNO-Chirurgie vorkommen.

Erfolgreicher Eingriff und Vorteile für Patient:innen

Die Operation verlief erfolgreich und ohne Komplikationen. Das Anästhesieteam bestätigte einen reibungslosen Ablauf. Aufgrund der kleineren Mundhöhle erforderte der Eingriff bei dem jungen Patienten eine besonders sorgfältige Positionierung. Laut Prof. Tshifularo könnte die Technologie den Eingriff bei erwachsenen Patienten sogar noch weiter vereinfachen.

Die robotergestützte Tonsillektomie bietet im Vergleich zur herkömmlichen Chirurgie erhebliche Vorteile für Patienten. Dazu gehören minimale Blutungen, weniger Schmerzen, schnellere Heilung und eine raschere Erholung. Patienten können früher wieder essen und schneller in die Schule oder in ihren Alltag zurückkehren.

Prof. Tshifularo

Er betonte zudem, dass die erhöhte Präzision das Risiko von Komplikationen senken und die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verkürzen könne.

 

„Weniger Blutungen reduzieren das Komplikationsrisiko und verkürzen die Krankenhausaufenthalte, was letztlich die Genesung für Patienten und ihre Familien verbessert.“

Unterstützung von Ausbildung und Lehre

Als akademisches Krankenhaus profitiert das Steve Biko Academic Hospital auch in der chirurgischen Ausbildung vom Einsatz des RoboticScope. Das System ermöglicht eine klare Echtzeitdarstellung des Operationsfeldes, sodass Studierende, Assistenzärzt:innen und OP-Personal jeden Schritt des Eingriffs detailliert verfolgen können.

 

Diese gemeinsame Visualisierung fördert die Ausbildung, den Wissenstransfer im Team und die Entwicklung zukünftiger Fachärzte.

Zusammenarbeit mit lokalen Partnern

Die Einführung des RoboticScope am Steve Biko Academic Hospital wurde durch unseren regionalen Vertriebspartner Marcus Medical ermöglicht. Besonderer Dank gilt Jay Pillay von Marcus Medical für seine herausragende Unterstützung seit Beginn der Zusammenarbeit sowie während der Eingriffe vor Ort.

Erweiterter Zugang zu moderner chirurgischer Visualisierung

Die ersten klinischen Erfahrungen am Steve Biko Academic Hospital zeigen, wie fortschrittliche robotergestützte Visualisierung Chirurg:innen verschiedener Fachrichtungen unterstützen kann. Von HNO-Eingriffen wie der Tonsillektomie bis hin zu neurochirurgischen Operationen wie Tumorresektionen spielt präzise Visualisierung eine entscheidende Rolle in komplexen chirurgischen Umgebungen.

 

Mit Krankenhäusern wie dem Steve Biko Academic Hospital, die Systeme wie das RoboticScope einsetzen, eröffnen sich neue Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung von chirurgischen Abläufen, Behandlungsergebnissen und der medizinischen Ausbildung in der Region.

 

Weitere Details zu diesem Fall wurden auch im Nachrichtenbulletin des Gauteng Department of Health veröffentlicht:

https://publuu.com/flip-book/965747/2383097