Eine kürzlich veröffentlichte Publikation zeigt einen minimalinvasiven Ansatz zur Resektion eines frontalen Konvexitätsmeningeoms mit dem RoboticScope.

Neuer Case Report zur robotischen Meningeomchirurgie

Minimalinvasive Verfahren prägen die moderne Neurochirurgie zunehmend. Durch kleinere operative Zugänge bei gleichzeitig hoher Präzision und Kontrolle tragen sie dazu bei, das Gewebetrauma zu reduzieren, die Erholung der Patient:innen zu unterstützen und chirurgische Arbeitsabläufe zu optimieren. Mit der Weiterentwicklung dieser Verfahren gewinnen moderne Visualisierungstechnologien zunehmend an Bedeutung, um Chirurg:innen auch in engen Operationsfeldern eine sichere und präzise Arbeit zu ermöglichen.

 

Ein kürzlich in Cureus veröffentlichter Case Report von Marco A. Baralt Ramirez, Adriel Lopez Salazar, Floricel Olimpia Villegas Amador, Gianfranco Stefanoni und Ashanti Gutiérrez Quintanar zeigt, wie die robotische Visualisierung mit dem RoboticScope einen minimalinvasiven, neuronavigationsgestützten Eingriff zur Resektion eines frontalen Konvexitätsmeningeoms unterstützte. Die Publikation liefert wertvolle Einblicke in den klinischen Einsatz des RoboticScope in der kranialen Neurochirurgie.

Ein minimalinvasiver Eingriff in der Praxis

Im beschriebenen Fall wurde bei einem 23-jährigen Patienten nach einer sportbedingten Kopfverletzung im Rahmen der Bildgebung ein linksseitiges frontales Konvexitätsmeningeom diagnostiziert. Aufgrund der oberflächlichen Lage des Tumors und seiner klar definierten anatomischen Begrenzung entschied sich das Operationsteam für einen minimalinvasiven Ansatz, unterstützt durch Neuronavigation und robotische Visualisierung.

 

Der Eingriff erfolgte über einen 4 cm langen Hautschnitt und eine 3 cm große Kraniotomie. Mithilfe des RoboticScope führten die Chirurg:innen die mikrochirurgische Präparation unter Erhalt der umgebenden kortikalen Anatomie sowie der venösen Strukturen durch. Es konnte eine vollständige Tumorresektion nach Simpson Grad I erreicht werden. Die anschließende histopathologische Untersuchung bestätigte ein fibröses Meningeom des WHO-Grades I.

Minimalinvasiver frontaler Zugang und Planung mittels Neuronavigation (A) Präoperative Markierung eines 4 cm langen minimalinvasiven frontalen Schnitts unter Erhalt der Haarpracht des Patienten. (B) Intraoperative Neuronavigation zur Bestätigung des geplanten minimalinvasiven frontalen Zugangspunkts und des Operationsverlaufs. Baralt Ramirez M A, Lopez Salazar A, Villegas Amador F, et al. (July 09, 2026) Robotic Minimally Invasive Surgery for Frontal Convexity Meningioma: A Case Report and Technical Note. Cureus 18(7): e112373. doi:10.7759/cureus.112373

Robotische Visualisierung während des gesamten Eingriffs

Während des Eingriffs unterstützte das RoboticScope die kontinuierliche Visualisierung des Operationsfeldes. Mithilfe der intuitiven Head Gesture Control konnten Zoom, Fokus, Beleuchtung und Blickwinkel direkt durch den leitenden Chirurgen angepasst werden, ohne den chirurgischen Workflow zu unterbrechen. Dadurch wurden eine präzise mikrochirurgische Präparation innerhalb des begrenzten Operationszugangs, ein kontinuierlicher Fokus auf den Eingriff sowie eine ergonomische Arbeitsposition während des gesamten Eingriffs unterstützt.

Baralt Ramirez M A, Lopez Salazar A, Villegas Amador F, et al. (July 09, 2026) Robotic Minimally Invasive Surgery for Frontal Convexity Meningioma: A Case Report and Technical Note. Cureus 18(7): e112373. doi:10.7759/cureus.112373

Was dieser Fall zeigt

In ihrer Diskussion beschreiben die Autor:innen die robotisch assistierte minimalinvasive Chirurgie als vielversprechende Option für ausgewählte frontale Konvexitätsmeningeome. Die Kombination aus robotischer Visualisierung, Neuronavigation und minimalinvasiven Operationstechniken kann dazu beitragen, die Manipulation des Gehirngewebes, die Operationsmorbidität, postoperative Schmerzen sowie die Erholungszeit im Vergleich zu konventionellen transkraniellen Zugängen zu reduzieren.

 

Der vorgestellte Fall zeigt, wie robotische Visualisierung minimalinvasive kraniale Eingriffe unterstützen und präzise mikrochirurgische Arbeitsabläufe bei sorgfältig ausgewählten Patient:innen ermöglichen kann.

Hier kann man den gesamten Case Report lesen.

 

Baralt Ramirez M A, Lopez Salazar A, Villegas Amador F, et al. (July 09, 2026) Robotic Minimally Invasive Surgery for Frontal Convexity Meningioma: A Case Report and Technical Note. Cureus 18(7): e112373. doi:10.7759/cureus.112373